Wohnwunder

Kleines Wohnzimmer gemütlich einrichten

Im Wohnzimmer soll alles gleichzeitig passieren: fernsehen, lesen, Besuch, aufräumen. Wenn der Platz knapp ist oder eine Dachschräge dazukommt, wird aus jeder Entscheidung ein Kompromiss.

Kleines Wohnzimmer, vorherVorher
Kleines Wohnzimmer, neu eingerichtetNachher
Gleicher Schnitt, gleiche Dachfenster, gleiche Balken. Verändert wurden Wandfarbe, Boden, Licht und Einrichtung.

Warum das kleine Wohnzimmer so schwierig ist

Das Wohnzimmer ist der Raum mit den meisten Aufgaben. Sitzen, fernsehen, Kram verstauen, gelegentlich Gäste unterbringen. Jede dieser Aufgaben will ein Möbelstück, und jedes Möbelstück will eine Wand. Bei wenig Fläche sind die Wände aber schnell vergeben, und was übrig bleibt, ist der Weg zur Tür.

Kommt eine Dachschräge dazu, fällt ein weiterer Teil weg: Unter der Schräge kann man nicht stehen, hohe Möbel passen nicht, und die klassische Deckenlampe in der Raummitte gibt es meist gar nicht. Was in den Beispielen unten auffällt: Der Raum wird nicht durch mehr Möbel besser, sondern durch die Entscheidung, wo nichts hinkommt.

Fünf Richtungen, dasselbe Wohnzimmer

  • Kleines Wohnzimmer: Hell und durchdacht

    Hell und durchdacht

    Indirektes Licht an der Kniestockwand, geriffeltes Eichenholz, weiche Formen.

    Professionell

  • Kleines Wohnzimmer: Ruhig und reduziert

    Ruhig und reduziert

    Helles Holz, ein niedriger Tisch, Papierlampen entlang der Schräge.

    Japandi

  • Kleines Wohnzimmer: Weich und ländlich

    Weich und ländlich

    Salbeigrüne Wandvertäfelung, rustikaler Tisch, Leinen und Karo.

    Landhaus

  • Kleines Wohnzimmer: Warm und gemustert

    Warm und gemustert

    Kelimteppich, Rattan, viele Pflanzen, Licht aus mehreren kleinen Lampen.

    Boho

  • Kleines Wohnzimmer: Hell und luftig

    Hell und luftig

    Weiße Profilbretter, Blau-Weiß, Juteteppich, heller Dielenboden.

    Coastal / Hamptons

Sechs Dinge, die im kleinen Wohnzimmer funktionieren

Abgelesen an den Beispielen oben. Über alle fünf Richtungen hinweg wiederholt sich dasselbe Muster.

  • Niedriges unter die Schräge, Hohes an die gerade Wand

    In allen fünf Beispielen steht das Sofa unter der Schräge und der Fernseher an der geraden Wand gegenüber. Sitzen braucht keine Stehhöhe, und so bleibt die einzige volle Wandhöhe für das nutzbar, wovor man steht.

  • Ein langes flaches Möbel statt mehrerer kleiner

    Ein durchgehendes Lowboard wirkt ruhiger als Sideboard plus Regal plus Kommode. Der Blick läuft an einer Linie entlang, statt an drei Kanten hängenzubleiben.

  • Licht an mehreren Stellen, nie aus der Raummitte

    Lichterkette entlang der Schräge, Strahler an der Balkenlinie, Stehlampe neben dem Sofa, indirektes Licht hinter dem Lowboard. Im Dachgeschoss gibt es meist gar keine brauchbare Deckenmitte, und das ist eher ein Vorteil.

  • Der Teppich hält die Mitte frei

    In jedem Beispiel liegt ein großer Teppich in der freien Fläche und bindet Sofa und Tisch zusammen. Er markiert die Zone, in der bewusst nichts steht — das lässt den Raum größer wirken als jedes Platzsparmöbel.

  • Schräge und Wand in einem Ton

    Wo Schräge und Wand dieselbe Farbe haben, verschwindet der Knick. Wo die Schräge weiß bleibt und die Wand farbig ist, wird der Raum optisch zerteilt. Das gilt für Weiß genauso wie für Farbe.

  • Pflanzen in die tote Ecke unter der Schräge

    Die Stelle, wo die Schräge auf den Boden trifft, ist für Möbel unbrauchbar. In allen Beispielen steht dort etwas Grünes — die günstigste Art, eine Restfläche zu einer Absicht zu machen.

Wie würde dein Wohnzimmer aussehen?

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