Wohnwunder

Kinderzimmer einrichten: mitwachsend und ruhig

Die wenigsten Kinderzimmer entstehen aus einem leeren Raum. Meist war da vorher ein Gästezimmer, ein Abstellraum oder das Büro — mit einem Schrank, der bleiben soll, und einem Bett, das eigentlich für Besuch gedacht war.

Kinderzimmer, vorherVorher · Gästezimmer
Kinderzimmer, neu eingerichtetNachher · Kinderzimmer
Gleicher Raum, gleiches Fenster, gleiche Heizung. Verändert wurden Möbel, Textilien, Licht und Wandgestaltung.

Der Raum, der sich am schnellsten überholt

Ein Wohnzimmer kann zehn Jahre gleich bleiben. Ein Kinderzimmer nicht. Was für ein dreijähriges Kind richtig ist, passt mit acht nicht mehr, und mit zwölf ist es peinlich. Wer beim Einrichten nur an das aktuelle Alter denkt, richtet den Raum in wenigen Jahren zweimal ein.

In den Beispielen unten fällt deshalb etwas anderes auf als bei den übrigen Räumen: Die Möbel sind in allen fünf zurückhaltend — helles Holz, Weiß, schlichte Formen. Kindlich wird der Raum durch Bettwäsche, Poster, Kisten und Wimpel. Also durch genau die Dinge, die zwanzig Euro kosten und an einem Nachmittag ausgetauscht sind.

Fünf Richtungen, dasselbe Zimmer

  • Kinderzimmer: Durchdacht und verspielt

    Durchdacht und verspielt

    Einbauschrank mit Nische, Hausbett mit Wimpeln, Licht an vier Stellen.

    Professionell

  • Kinderzimmer: Hell und aufgeräumt

    Hell und aufgeräumt

    Pastellfarbene Schubladen, kleiner Tisch, Waldmotive an der Wand.

    Skandinavisch

  • Kinderzimmer: Warm und gemustert

    Warm und gemustert

    Rattanbett, Kelimteppiche, offene Körbe, Pflanzen von der Decke.

    Boho

  • Kinderzimmer: Ruhig und ländlich

    Ruhig und ländlich

    Salbeigrüner Schrank, Karo und Leinen, alte Kinderbuchbilder.

    Landhaus

  • Kinderzimmer: Hell und maritim

    Hell und maritim

    Weiße Profilbretter, Blau-Weiß gestreift, Würfelregal mit Körben.

    Coastal / Hamptons

Sechs Dinge, die ein Kinderzimmer länger tragen

Abgelesen an den Beispielen oben. Der erste Punkt ist der wichtigste.

  • Möbel neutral, das Kindliche über Textil und Papier

    In allen fünf Beispielen sind Bett, Regal und Tisch schlicht gehalten. Farbe und Motive kommen über Bettwäsche, Poster, Kisten und Girlanden. Beim nächsten Entwicklungsschritt tauscht man diese Dinge, nicht die Möbel.

  • Stauraum auf Kinderhöhe

    In drei von fünf Beispielen ist die Schrankwand durch niedrige, offene Regale ersetzt. Kinder räumen nur weg, was sie ohne Hilfe erreichen. Wo doch ein hoher Schrank steht wie im Landhaus- und im Professionell-Bild, steht daneben trotzdem ein niedriges Regal.

  • Die Mitte gehört dem Spielen

    In jedem Beispiel liegt ein Teppich in der freien Fläche, und dort steht nichts. Alle Möbel stehen an den Wänden. Das ist im Kinderzimmer keine Optik, sondern Nutzfläche.

  • Das Bett an die lange Wand, nicht unters Fenster

    In allen fünf steht es an der Längswand gegenüber dem Schrank. Unter dem Fenster sitzt die Heizung, dort wird es im Winter zu warm und im Kippbetrieb zugig.

  • Der Arbeitsplatz ans Tageslicht

    In drei der fünf Beispiele steht der Schreibtisch direkt am Fenster. In den anderen beiden steht er seitlich, aber immer so, dass niemand mit dem Rücken zum Licht sitzt.

  • Zwei Lichtquellen, nicht eine

    Im Vorher-Bild hängt eine nackte Fassung an der Decke. In drei Varianten kommt eine zweite Lampe dazu, am Schreibtisch oder am Bett. In den anderen beiden ersetzt gerichtetes Deckenlicht die nackte Fassung — besser als vorher, aber zum Vorlesen fehlt trotzdem Licht auf Kopfhöhe.

Wie würde euer Zimmer aussehen?

Lade ein Foto hoch und probier die Richtungen am eigenen Raum aus. Durchdacht eingerichtet, ohne Vorkenntnisse.

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Wenn das Zimmer wieder wechselt